Wirtschaftspsychologie aktuell - Zeitschrift für Personal und Management

Lernen von Klaus Moser: subjektive Arbeitsleistung

27. Mai 2009

Klaus Moser ist Professor für Wirtschafts- und Sozialpsychologie am Lehrstuhl für Psychologie des Fachbereichs Wirtschaftswissenschaften der Universität Erlangen-Nürnberg. Im Journal of Applied Psychology hat er zusammen mit Heike Heidemeier den Zusammenhang zwischen subjektiver und objektiver Arbeitsleistung in einer Metaanalyse untersucht.

Renaissance des Selbstberichts

Der Hintergrund: Selbstberichtsmethoden erleben gerade eine Renaissance. Sie werden oft bei der Bewertung der Arbeitsleistung oder zu Evaluationszwecken eingesetzt. Daher ist es wichtig zu wissen, inwieweit sie mit objektiven Maßen übereinstimmen und welche Faktoren ihren Aussagegehalt schmälern können.

Mittlere Übereinstimmung mit objektiven Maßen

Es zeigte sich, dass die vom Mitarbeiter angegebene subjektive Arbeitsleistung insgesamt mit mittlerem Effekt von r = .22 mit objektiven Maßen zusammenhängen. Den Zusammenhang beeinflussen dabei folgende Faktoren:

  • Je höher Ausbildung und Position, desto geringer ist der subjektiv-objektive Zusammenhang. Mit anderen Worten: Manager überschätzen sich eher als Arbeiter.
  • Interessanterweise zeigte sich, dass die Skalenlänge keine Auswirkungen auf den Zusammenhang hatte. Einzel-Item- wie Skalen-Bestimmung der Arbeitsleistung – in beiden Fällen lagen gleiche Zusammenhänge vor. In der Praxis könnten also zukünftig auch kürzere Skalen zur Messung der Arbeitsleistung genügen.
  • Wenn als Absicht zur Messung der Arbeitsleistung Forschungsgründe angegeben werden, weichen objektive und subjektive weniger voneinander ab als wenn als Erhebungsgrund weitere personalrelevante Schritte (z.B. Zugang zur Weiterbildung) angegeben werden.

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Weiterführende Informationen:

Heike Heidemeier & Klaus Moser (2009). Self–other agreement in job performance ratings: A meta-analytic test of a process model. Journal of Applied Psychology, 94 (2), 353-370.

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