Wirtschaftspsychologie aktuell - Zeitschrift für Personal und Management
Lernen von Angelo DeNisi: Leistungsbewertung

2. Oktober 2008
Angelo DeNisi ist Professor für Management und Dekan an der Freeman School of Business der Tulane University, New Orleans. Er ist Vizepräsident der Academy of Management und war 1999/2000 Präsident der Society for Industrial and Organizational Psychology (SIOP), der 14. Division der American Psychological Association (APA). 2005 erhielt er den Distinguished Scientific Contribution Award der SIOP. Eines seiner Schwerpunktthemen ist die Leistungsbewertung und die damit erreichte Verbesserung der Arbeitsleistung. In den letzten Jahrzehnten wurden viele Vorschläge gemacht, wie sich der Output am Arbeitsplatz steigern lässt. Diese Ansätze betonen vor allem den Aspekt der Leistungsmessung, vernachlässigen aber oft die eigentliche Leistungssteigerung. Sie lässt sich nur über die Motivation des Mitarbeiters erklären. Wie schätzt ein Mitarbeiter seine Kompetenzen ein? Bekommt er ein objektives und gerechtes Feedback, das verständlich ist und zu weiteren Verbesserungen führt? Zu all diesen Fragen haben Angelo DeNisi und Robert Pritchard 2006 in der Fachzeitschrift Management and Organization Review einen integrativen Ansatz vorgelegt.

Die Basis dieses Ansatzes ist im Grunde ein Rahmenmodell zur idealen Leistungsbewertung, die die Steigerung der Arbeitsleistung vorhersagt. Bei allen Schritten der Handlung, des Ergebnisses, der Ergebnisbewertung und der Folgen zählt, wie stark diese in Beziehung zueinander und zur finalen Zufriedenheit stehen. Eine Leistungsbewertung, die diese Beziehungen konsolidiert, verbessert auch die Arbeitsleistung. Zu den einzelnen Faktoren einer guten Leistungsbewertung zählen:

  • Handlung-Ergebnis-Faktoren: eine Leistungsbewertung, die 1) zu besseren wahrgenommenen Kompetenzen der bewerteten Person führt, 2) die zukünftig dem Mitarbeiter Ressourcen und Autorität gewährleistet und 3) den Mitarbeiter dabei unterstützt, neue wirksame Arbeitsstrategien zu entwickeln, führt zu einer engeren Handlungs-Ergebnis-Kopplung und damit zur Leistungssteigerung.
  • Ergebnis-Bewertungs-Faktoren: eine Leistungsbewertung, die 4) möglichst viele Aspekte des Jobs berücksichtigt, 5) zu einer großen Übereinstimmung zwischen Bewerter und Bewertetem führt, 6) sich an klaren Leistungskriterien orientiert und 7) aus der Sicht des Bewerteten fair ist, bedingt eine klare Beziehung zwischen Ergebnis und Ergebnisbewertung und begünstigt Leistungssteigerungen.
  • Bewertungs-Folgen-Faktoren: eine Leistungsbewertung, die 8) nach klaren Regeln zwischen Bewertung und Folgen (Belohnung/Sanktion) abläuft und 9) langfristig in gleicher, konsistenter Weise erfolgt, stärkt die Bewertungs-Folgen-Beziehung und damit die Leistungssteigerung.
  • Folgen-Zufriedenheits-Faktoren: eine Leistungsbewertung, deren 10) Belohnung/Sanktion genau die Bedürfnisse des Mitarbeiters trifft (z.B. nach Wachstum, mehr Geld, größerem Handlungsspielraum), und 11) und so gestaltet wird, dass die Vergabe von Belohnungen/Sanktionen unter den Mitarbeitern gerecht ist, führt zur Steigerung der Arbeitsleistung.
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tf – Quelle: Management and Organization Review

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