Lernen von Ann Marie Ryan: Verzerrungstendenzen bei der Personalauswahl
7.
August 2008
Ann
Marie Ryan, Professorin an der University of Illinois at
Chicago beschäftigt sich u.a. mit Verzerrungstendenzen bei der
Personalauswahl.
2006 hat sie zusammen mit Lynn McFarland ein Modell zur Frage
überprüft, wie Bewerber im Auswahlprozess täuschen – veröffentlicht im
Journal of Applied Social Psychology. Die Intention zu Täuschen steht
danach in direktem Zusammenhang mit täuschendem Verhalten, z.B. in
psychometrischen Testverfahren bewusst falsche Angaben zu machen.
Hingegen wurden nur schwache Zusammenhänge zwischen der Lügen-Intention
und jenen Variablen gefunden, die eine Absicht normalerweise formen:
die Einstellung, die subjektive Norm und die wahrgenommene
Verhaltenskontrolle hinsichtlich Täuschung.
In
einer Studie im Journal of Management von 2004 untersuchte sie,
ebenfalls zusammen mit Lynn McFarland, wie sich die Hautfarbe auf die
Bewerberauswahl auswirkt. Sie konnten dabei auf einen Pool von über
1.300 Polizeibewerbern zurückgreifen, die im mehrstufigen
Auswahlprozess jeweils mehrere Interviews nacheinander absolvierten.
Die Hauptergebnisse: Die Bewertergruppen, die vorwiegend mit Weißen
besetzt waren, gaben tendenziell bessere Ratings ab als die
Bewertergruppen, in denen vorwiegend Afroamerikaner saßen. Zudem gab es
einen Interaktionseffekt. Danach beurteilten die Interviewer mit
schwarzer Hautfarbe schwarze Bewerber besser als weiße, aber nur dann,
wenn in der Auswahlkommission insgesamt mehr Schwarze als Weiße saßen.
Für diese Publikation bekamen die Autorinnen 2004 übrigens den Best
Article Award des Journal of Management. Mehr
zu Ann Marie Ryan.
tf – Quelle: Journal of Management
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