Wirtschaftspsychologie aktuell - Zeitschrift für Personal und Management
Lernen von Sabine Sonnentag: Die optimale Erholung

19. Juni 2008
Seit mehreren Jahren erforscht Sabine Sonnentag, Professorin für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Konstanz, die optimale Erholung, um besser mit dem täglichen Stress an der Arbeit fertig zu werden. In ihrer 2001 vorgelegten Studie im Journal of Occupational Health Psychology wertete sie die Tagesprotokolle von hundert Lehrern aus und fand, dass vor allem entspannende Freizeitaktivitäten, die nichts mit der täglichen Arbeit zu tun haben, das Wohlbefinden steigern. Ihre Arbeitsgruppe hat den „Recovery Experience Questionnaire“ entwickelt, mit dem eine Person auf 16 Items und 4 Skalen ihre erlebte Erholung (Erholungsaktivitäten und Empfindungen) einschätzen kann.

Gerade hat Sabine Sonnentag zusammen mit ihren Kolleginnen Carmen Binnewies und Eva Mojza im Journal of Applied Psychology eine Studie veröffentlicht, in der sie die Auswirkung der Erholung bei Angestellten im öffentlichen Dienst auf ganz individueller Ebene untersucht. Nach folgenden Erholungsaktivitäten am Feierabend wurden die Teilnehmer befragt: nach dem Abschalten von Arbeit, der bewussten Entspannung und nach angenehmen Aktivitäten mit kleinen Erfolgserlebnissen (z.B. etwas Neues lernen). Konnte man am Abend nicht abschalten, war man am Folgetag eher müde und abgeschlagen. Entspannung und kleine Erfolgserlebnisse gingen mit guter Laune und Gelassenheit am nächsten Tag einher.

Folgende Tipps für eine optimale Erholung von der Arbeit gab die ABO-Psychologin 2006 in einem Interview:

  • in der Freizeit einem Hobby oder einem Sport nachgehen, das einem gut tut
  • die Anforderungen, die die Arbeit bestimmen, in der Freizeit vermeiden
  • besonders häufig mal abschalten, wenn man viel und lange arbeitet
  • seine Freizeit und seinen Urlaub nicht durch berufliche Telefonate oder E-Mails stören lassen
  • lieber mehrere Kurzurlaube als einen langen Urlaub machen, da beide in gleichem Ausmaß erholsam sind und der Erholungseffekt bei beiden nur ein bis zwei Wochen anhält
tf - Quellen: Journal of Applied Psychology, Focus online

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