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Lernen von David Rudrauf

Forscher entwickeln mathematisches Modell der menschlichen Psyche

26. September 2017

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Bei jeder Entscheidung laufen unbewusste und bewusste Prozesse im Gehirn ab. Forscher haben eine Theorie der Psyche entwickelt und diese in einem mathematischen Modell umgesetzt. Es vereint Konzepte und Erkenntnisse aus der Mathematik, der Psychologie, den Neurowissenschaften, der Philosophie, der Informatik und den Ingenieurwissenschaften. Die Erkenntnisse könnten unter anderem für die Robotik nützlich sein.

„Modell des Projektiven Bewusstseins“ analysiert mögliche Verhaltensweisen auf Grundlage von Ereignissen und Umgebungsfaktoren

Wie aus einer Pressemitteilung der Universität Genf hervorgeht, soll dieses Modell menschliches Verhalten simulieren und vorhersagen können. Hinter dem Verhalten eines Menschen steckt eine Vielzahl von Antriebsfaktoren - Wünsche, Leiden, Hunger oder das Bedürfnis nach Sicherheit. Bei jeder Entscheidung laufen im Gehirn unzählige bewusste und unbewusste Prozesse parallel ab. In Abhängigkeit der individuellen Präferenzen, wie dem Bedürfnis nach Sicherheit oder Anerkennung, und je nach Stimmungslage oder den momentanen körperlichen Bedürfnissen, trifft ein Mensch mehr oder weniger bewusst eine Entscheidung.

„Wir haben ein Modell entwickelt, das eine Entscheidung auf Grundlage des Moments, des Rahmens und der realen und imaginären Wahrnehmung reproduziert“, sagt der leitende Forscher David Rudrauf. Dieses „Modell des Projektiven Bewusstseins“ erlaube die Analyse möglicher Verhaltensweisen in Reaktion auf Ereignisse. „Die Wahrnehmung, Vorstellungskraft und das Handeln stützen sich auf unbewusste Mechanismen, und wir haben entdeckt, dass das Bewusstsein sie mit einer speziellen Geometrie integriert, nämlich projektiver Geometrie“, so Daniel Bennequin von der Universität Paris, der ebenfalls an der Arbeit beteiligt war.

Modell könnte in den Bereichen künstliche Intelligenz, Robotik und im Gesundheitswesen genutzt werden

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Zunächst modellierten die beteiligten Wissenschaftler grundlegende Zusammenhänge zwischen Wahrnehmung und Vorstellung. Wichtige Einflussgrößen waren zudem Emotionen und Motivationen, aber auch Erinnerungen und Absichten. Nachdem die Forscher diese Komponenten theoretisch definiert hatten, integrierten sie sie in ein Computerprogramm. In einem nächsten Schritt wollen sie das Modell mit einer virtuellen Realität koppeln, um ähnliche räumliche, zeitliche und affektive Rahmenbedingungen zu schaffen wie die, innerhalb derer unser Bewusstsein funktioniert.

Mithilfe des Modells wollen die Wissenschaftler dann Vorhersagen über menschliches Verhalten treffen, wobei sie an den Parametern schrauben, um die Simulation dem menschlichen Bewusstsein immer ähnlicher zu machen.

Ein Ziel bestehe darin, Modelle psychischer Krankheiten zu entwickeln, sagte Rudrauf. Inzwischen arbeiteten sie aber auch an der Weiterentwicklung ihrer Simulation, um z.B. Maschinen einfühlsamer zu machen. Anwendungen wären in den Bereichen Robotik, künstliche Intelligenz oder auch im Gesundheitswesen denkbar, teilt die Universität Genf mit.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2017. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Rudrauf, D., Bennequin, D., Granic, I. Landini; G. Friston, K. & Williford, K. (2017). A mathematical model of embodied consciousness. Journal of Theoretical Biology, 428, 106–131.
Online verfügbar unter: https://www.researchgate.net/publication/
317242488_A_mathematical_model_of_embodied_consciousness

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