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Lernen von Regine Graml

Eigene Kinder beflügeln Top-Führungskräfte in ihrer Arbeit

12. Juni 2017

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Gesundheits- und Wirtschaftspsychologen machen seit Jahren auf die Bedeutung einer guten Work-Life-Balance aufmerksam. Dass diese trotz Überstunden auch oder gerade mit Kindern gut gelingen kann, zeigt eine Studie der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS), die sich mit Lebensmustern von Führungskräften mit Kindern befasst.

Gerade Führungskräfte identifizieren sich oft stark mit ihrem Job und haben häufig eine 50-Stunden-Woche, was zu Belastungsreaktionen bis hin zum Arbeitsausfall führen kann. Positiv überrascht haben dürften daher die Ergebnisse einer Studie der Fankfurt UAS. Gefragt wurde darin u.a. nach der Zeit, die Führungskräfte mit ihren Kindern verbringen, nach der Zeit- und Aufgabenteilung mit ihren Partnerinnen bzw. Partnern in verschiedenen Lebensbereichen und nach der Zufriedenheit mit ihrer persönlichen Lebenssituation im Hinblick auf Beruf und Familie. Die Studie „Arbeit und Familie – Lebensmuster von Führungskräften“ belegt, dass die befragten Führungskräfte unter der Woche sehr wenig Zeit mit ihren Kindern verbringen und die Aufteilung von Zuständigkeiten innerhalb der Familie traditionellen Rollenmustern folgt. Dennoch fühlen sie sich durch ihr Familienleben in ihrer Arbeit beflügelt.

Befragt wurden Führungskräfte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Laut Befragung arbeitet die typische Führungskraft 50 bis 59 Stunden pro Woche (48 %). Die Mehrheit der Führungskräfte verbringt unter der Woche fünf bis zehn Stunden mit seinen Kindern (47 %), 11 Prozent widmen sich den Kindern mehr als zehn Stunden. Am Wochenende ist das mit 10 bis 20 Stunden deutlich mehr Zeit. Position, Alter, Qualifikation der Führungskraft, Anzahl der Kinder, Alter des jüngsten Kindes sowie Berufstätigkeit und Qualifikation der Partnerin/des Partners haben dabei keinen signifikanten Einfluss auf die Stundenzahl. Die Kindererziehung wird bei der Mehrheit zu gleichen Teilen durchgeführt (59 %). „Obwohl die Führungskräfte wenig Zeit mit ihren Kindern an Wochentagen verbringen, empfinden sie, dass sie egalitär Verantwortung in der Kindererziehung übernehmen. Dies weist auf ein starkes familiäres ‚Involvement‘, also eine empfundene Beteiligung der Führungskräfte, hin“, so Studienleiterin Prof. Dr. Regine Graml.

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Zwei Drittel der Befragten sind mit ihrer Lebensbalance hinsichtlich Beruf und Familie zufrieden, 73 % fühlen sich durch ihr Familienleben in ihrer Arbeit beflügelt. Begünstigende Faktoren der Lebensbalance sind Selbstbestimmung und die Flexibilität der Partnerin/des Partners.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2017. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

https://www.frankfurt-university.de/fileadmin/de/
Fachbereiche/FB3/Forschung_und_Transfer/Institute_Zentren/
IWRF/Symposium/3._Symposium/Vereinbarkeit_Graml.pdf

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