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Lernen von Michael Tews

Mit Spaß lernt es sich leichter

22. Februar 2017

Spaß fördert das Alltagslernen im Unternehmen. So das Ergebnis einer neuen Befragung. Manager, die im Unternehmen häufig feiern, spielen oder scherzen, lernen dadurch beiläufig mehr. Besonders Pessimisten kommt diese Fröhlichkeit zugute.

Regelmäßig feiern

Lesen Sie hier zwei Ausgaben.Ein Team um Michael Tews von der Pennsylvania State University hat untersucht, wie Spaßaktivitäten („fun activities“) wirkten. Dazu zählten fünf:

206 Manager einer Restaurantkette schätzten ein, wie häufig diese Aktivitäten im Unternehmen vorkamen und außerdem, ob der Chef diese Geselligkeit bei der Arbeit unterstützte. Schließlich schauten die Forscher, wie sich Spaß und Feiern aufs Lernen auswirkten. Die Ergebnisse, die im Journal of Vocational Behavior nachzulesen sind:

Lernstütze Spaß

Spaß erleichterte das Lernen. Je häufiger die ausgelassenen Events im Arbeitsalltag vorkamen, desto besser war das informelle Lernen, also das, was durch Erfahrungen nebenbei und nicht durch Weiterbildung zustande kam. Die Events regten dabei vor allem das Alltagslernen zusammen mit anderen an („Ich tausche mich mit meinem Vorgesetzten aus, um mir neues Wissen oder neue Fähigkeiten anzueignen.“). Wenn der Chef für Spaß offen war, verbesserte das das Alltagslernen mit sich selbst („Ich denke darüber nach, wie ich mich verbessern könnte.“).

Pessimisten lernten durch Spaß mehr. Schließlich wurde deutlich, dass der Optimismus für das beiläufige Lernen eine Rolle spielte. Angestellte, die stets zuversichtlich waren und der Aussage zustimmten: „Meistens bin ich optimistisch und hoffnungsvoll“, lernten nicht mehr durch eine Spaßkultur. Anders hingegen Pessimisten, die sich häufig sorgten und schlecht gelaunt waren. Ihnen kamen die fröhlichen Veranstaltungen entgegen, indem sie dadurch mehr nachdachten und für sich selbst Neues lernten.

Ausgelassen zu Spitzenleistungen

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Spaß bei der Arbeit regt also das Lernen an. Mitarbeiter werden dadurch fröhlich und offen, tauschen sich mehr aus und lernen dadurch. Die Forscher schlussfolgern: „Die Ergebnisse legen nahe, dass Wissenschaftler und Praktiker Faktoren jenseits traditioneller Lernwege berücksichtigen sollten, um das Alltagslernen zu fördern. Wenn die Devise ‚nur Arbeit und kein Vergnügen‘ lautet, ist es unwahrscheinlich, dass Menschen versuchen, zwanglos zu lernen. Das wirkt sich schließlich negativ auf die Leistung aus und darauf, dass ein Unternehmen wettbewerbsfähig bleibt.“

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2017. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Michael J. Tews (School of Hospitality Management, Pennsylvania State University), John W. Michel (Sellinger School of Business & Management, Loyola University Maryland) & Raymond A. Noe (Fisher College of Business, Department of Management and Human Resources, The Ohio State University). (2017). Does fun promote learning? The relationship between fun in the workplace and informal learning. Journal of Vocational Behavior, 98, 46-55.

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