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Lernen von Sirkwoo Jin

Fröhliche Chefs führen besser

20. Januar 2016

Wenn Manager gut gelaunt sind, führen sie besser. Sie stehen dann für Werte ein, begeistern mehr und machen Mitarbeiter kreativer. Dieser Gute-Laune-Effekt wird noch verstärkt, wenn Chefs echte Hingabe für ihren Job zeigen. So das Ergebnis einer neuen Befragung.

Stimmung angekreuzt

Alle Hefte im ÜberblickEin Team um Sirkwoo Jin vom Merrimack College in Massachusetts befragte 357 Führungskräfte und 1.404 ihrer Mitarbeiter. In der Zeitschrift The Leadership Quarterly stehen die Ergebnisse. Die Führungskräfte kreuzten in einem Internetfragebogen ihre gegenwärtige Stimmung an. Außerdem gaben sie an, ob sie mit ihrer Arbeit zufrieden waren und wie verbunden sie sich ihrem Unternehmen fühlten.

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Die Mitarbeiter schätzten die transformationale Führung ihres Chefs ein, also ob er Beschäftigte zu Leistungsträgern „umgestalten“ konnte. Vier Verhaltensweisen wurden dabei abgeklopft: ob der Chef moralische Standards setzte, optimistisch über die Zukunft sprach, das kreative Denken förderte und auf jeden im Team persönlich einging.

Gute Laune war ursächlich

Fröhliche Chefs führten besser. Managern, die bei der Arbeit gut gelaunt waren („fröhlich, zufrieden, gelassen, vergnügt“), wurde sogar noch einige Wochen später von ihren Mitarbeitern ein transformationaler Führungsstil zugeschrieben. Schlecht gelaunte Chefs führten nicht so gut. Die positive Stimmung des Vorgesetzten bewirkte vor allem, dass er menschliche Werte im Team förderte, für Ziele begeisterte und kreativer machte. Die Forscher konnten auch belegen, dass die Fröhlichkeit des Teamleiters wirklich die Ursache für das bessere Führungsverhalten war.

Bindung war wichtig. Die gefühlsmäßige Bindung des Chefs ans Unternehmen („Ich wäre sehr glücklich, wenn ich den Rest meiner Karriere in diesem Unternehmen arbeiten könnte.“) spielte eine entscheidende Rolle. Sie vermittelte teilweise die Wirkung der guten Laune aufs Führungsverhalten. Offenbar ließen sich die Mitarbeiter vor allem dann vom Cheflächeln inspirieren, wenn es mit echter Hingabe und Bindung einherging. Die Arbeitszufriedenheit des Managers, die auch abgefragt wurde, ließ sich nicht als vermittelnder Faktor bestätigen.

Fröhlichkeit pflegen

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Gute Laune des Chefs und seine Bindung ans Unternehmen verbesserten also das Führungsverhalten. Die Autoren schreiben dazu: „Im Gegensatz zu häufig untersuchten Charaktereigenschaften als Voraussetzung, sind diese Faktoren formbarer, weniger dauerhafter Natur und können damit eher durch Maßnahmen im Unternehmen verbessert werden.“

Dementsprechend sollte die Geschäftsleitung darauf achten, dass sich Führungskräfte wohl fühlen und echte Hingabe entwickeln können. Das kann etwa dadurch gelingen, dass Manager mehr bestimmen, was sie tun, oder dass sie extra Zeit dafür bekommen, gute Arbeitsbeziehungen zu ihren Leuten aufzubauen. Neu daran ist, dass gute Laune des Chefs nicht Ziel, sondern Mittel zum Zweck ist. Dieses gilt es zu pflegen wie andere Ressourcen im Unternehmen auch.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Sirkwoo Jin (Management Department, Girard School of Business, Merrimack College), Myeong-Gu Seo & Debra L. Shapiro (Management and Organization Department, Robert H. Smith School of Business, University of Maryland). (2016). Do Happy Leaders Lead Better? Affective and Attitudinal Antecedents of Transformational Leadership. The Leadership Quarterly, 27, 64-84.

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