Wirtschaftspsychologie aktuell – Zeitschrift für Personal und Management
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Lernen von Mo Wang

Ältere achten auf einfühlsames Feedback

3. September 2015

Ältere Mitarbeiter achten beim Jahresgespräch mehr auf zwischenmenschliche Aspekte des Feedbacks und darauf, ob es einfühlsam gegeben wird. Jüngere finden eher nutzenbezogene Äußerungen beim Vorgesetzten-Feedback wichtig. Das sind die Ergebnisse einer neuen Befragung unter chinesischen Beschäftigten.

623 Mitarbeiter befragt

Alle Hefte im ÜberblickMo Wang, der an der Universität Florida Management lehrt, hat zusammen mit einem Forscherteam 623 Mitarbeiter eines Maschinenherstellers in Shanghai nach ihrem letzten Jahresgespräch online befragt. Dabei sollten sie angeben, ob sie eher auf zwischenmenschliche oder nutzenbezogene Aspekte des Feedbacks achteten, wie das Feedback ablief und wie sie das Feedback fanden. Die Ergebnisse finden sich im Journal of Applied Psychology.

Die Forscher nahmen an, dass Ältere eher auf Gefühle und Beziehungsaspekte beim Feedback Wert legen, weil es ihnen im Leben grundsätzlich mehr um ein angenehmes Hier und Jetzt geht. Jüngere sollten sich mehr auf nutzenbezogene Aspekte konzentrieren, weil sie eher auf künftige Karriere und Weiterentwicklung bedacht sind.

Gefühlsbezogene Ältere

Je älter, desto zwischenmenschlich orientierter. Entsprechend der Hypothese nahmen die Älteren im Jahresgespräch mehr Äußerungen wahr, die sich um Beziehungen und ein gutes Miteinander drehten („Social Awareness“). Jüngere achteten hingegen eher auf Äußerungen ihres Vorgesetzten, die darauf ausgerichtet waren, die Arbeitsleistung zu verbessern und förderlich für ihre Karriere zu sein („Utility“).

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Je älter, desto wichtiger war einfühlsames Feedback. Was die Ausgestaltung des Feedbacks anging, so reagierten Ältere positiver als Jüngere darauf, wenn das Feedback vorteilhaft („Mein Vorgesetzter lobte meine Leistung.“) und einfühlsam war („Mein Vorgesetzter berücksichtigte meine Gefühle, als er mir Feedback zu meiner Leistung gab.“). Jüngere fanden das Feedback besser als Ältere, wenn konkrete Dinge angesprochen wurden, die hilfreich und nützlich waren („Das Leistungsfeedback meines Vorgesetzten war hilfreich.“).

Nützliches Kuschel-Feedback

Die Forscher fordern, dass sich die Personalabteilung für altersdifferenzierte Feedbacks stark macht (S. 1305):

„Führungskräfte sollten es vermeiden, sich ausschließlich auf zu verbessernde Leistungen zu beziehen, damit ältere Mitarbeiter das Feedback nicht als unvorteilhaft wahrnehmen.“

Vielmehr sollten sie auch Arbeitsbeziehungen ansprechen, auf Gefühle eingehen und das Positive herausstreichen.

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2015. Alle Rechte vorbehalten.

Weiterführende Informationen:

Mo Wang (University of Florida), Gabriela Burlacu (Successfactors/SAP, Palo Alto, California), Donald Truxillo, Keith James (Portland State University) & Xiang Yao (Peking University). (2015). Age Differences in Feedback Reactions: The Roles of Employee Feedback Orientation on Social Awareness and Utility [Abstract]. Journal of Applied Psychology, 100 (4), 1296-1308.

Der Themenschwerpunkt „Mobil, flexibel und gestresst“ zu Stressbewältigung, Smartphone-Nutzung, Berufspendeln, psychischen Belastungen, Gefährdungsbeurteilung, Teilzeit-Tandem und Super-Leadership.

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