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Lernen von Tim Hagemann: Arbeit und Sinn

28. Juni 2011

Tina Groll von Zeit online hat den Arbeitspsychologen Tim Hagemann von der Fachschule für Diakonie in Bielefeld zur Frage interviewt, wann die eigene Arbeit als sinnvoll erlebt wird.

Sinnsuche in der Pubertät

Sinnsuche – das Bedürfnis, etwas Sinnvolles mit seinem Leben anfangen zu wollen – wird ab der Pubertät zu einem beherrschenden Thema. Jugendliche versuchen durch ihre Berufswünsche dieser Sinnsuche nachzukommen. Sie können dabei der Laufbahn ihrer Eltern folgen oder sich mit ihren Traumberufen bewusst von ihnen abgrenzen. Attraktiv sind vor allem künstlerische Berufe, die medial große Aufmerksamkeit erfahren: Musiker, Tänzer, Künstler.

Sinn, Glück und Zufriedenheit

Im Interview wird deutlich, dass man zwischen Sinn, Glück und Zufriedenheit unterscheiden muss. Arbeit kann demnach zufrieden machen, ohne dass ein größerer Sinn darin gesehen wird. Allerdings sind Berufstätige, die Sinn in ihrer Arbeit sehen, glücklicher als solche, die nur des Geldes wegen arbeiten. Man kann also annehmen, dass Arbeitsmerkmale der Arbeit Sinn verleihen und dieser Sinn zum empfundenen Glück oder zur Zufriedenheit beiträgt. Mehr Gehalt macht ab einem gewissen Jahreseinkommen nicht zufriedener oder glücklicher.

Gesellschaftliche Bewertung der Arbeit

Tim Hagemann spricht die starke gesellschaftliche Bewertung der Arbeit an. Gesellschaftliche Epochen bestimmten die vorherrschenden Berufswünsche: bürgerliche Berufe in den 1950ern, kreative und soziale Berufe in den 1970ern. Der Beruf wirkt über gesellschaftliche Anerkennung identitätsbildend. Wenn man arbeitslos wird, aussteigt oder sich dem Karrieredruck verweigert, wird man daher oft als gescheiterte Existenz angesehen. Dabei kann es für den Einzelnen durchaus besser sein, seinen Lebenssinn durch Freunde, Familie oder Hobbys statt im Beruf zu suchen.

Wirtschaftspsychologie-aktuell.de

Weiterführende Informationen:

Tina Groll (2011). Sinnsuche: Nicht jeder Mensch ist für die Arbeit geboren. Zeit online.

Eva Buchhorn (2005). Sinnsuche: Wofür wir arbeiten. Manager Magazin.

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