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Fachbuch im Fokus

26. Juli 2016

Emotional Leading: Die Kunst, sich und andere richtig zu führen. Denis Mourlane:
Emotional Leading:
Die Kunst, sich und andere richtig zu führen.

Dtv, München 2015,
240 Seiten,15,90 Euro.

Wer sich und andere führen möchte, sollte ein Gefühl für die psychologischen Grundbedürfnisse haben. Der Autor, Coach und Diplom-Psychologe Denis Mourlane möchte Führungskräften helfen, die eigenen Emotionen und die anderer Menschen bewusst wahrnehmen, beurteilen und letztlich positiv beeinflussen zu können.

Grundbedürfnisse des Menschen

Dazu stützt er sich auf die Konsistenztheorie Klaus Grawes, die vier Grundbedürfnisse des Menschen definiert: Orientierung/Kontrolle, Lustgewinn/Unlustvermeidung, Bindung, Selbstwerterhöhung/-schutz. Außerdem fügt Mourlane der Liste Grawes noch das Bedürfnis der Konsistenz beziehungsweise Kohärenz hinzu, das Grawe nicht als eigenständiges Grundbedürfnis, sondern als „Grundprinzip des psychischen Funktionierens“ angesehen hat.

Emotionen erkennen, Handlungen abstimmen

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Mit der Definition dieser Grundbedürfnisse ist das Ziel und die Gliederung des Buchs klar umrissen: Viele Beispiele, Übungen und Tests zur Selbst- und Fremdeinschätzung helfen dem Leser, seine eigenen Grundbedürfnisse als Auslöser für Emotionen zu erkennen, um Handlungen und Führungsverhalten darauf abzustimmen. Die Orientierung an der Konsistenztheorie erlaubt es Mourlane, stimmige und hilfreiche Einsichten zu vermitteln.

Klar und verständlich

Natürlich ließen sich die psychologischen Phänomene, die Mourlane aus dem Arbeitsalltag aufführt, auch mit anderen Ansätzen erklären – zum Beispiel mit dem Riemann-Thomann-Modell mit seinen vier Grundausrichtungen Nähe, Distanz, Dauer und Wechsel. Das schmälert aber nicht den Erkenntnisgewinn der Lektüre. Nicht zuletzt der klare und verständliche Stil machen das Buch lesenswert – auch wenn es nicht wirklich im Sinne eines Selbstcoachings einen Coach ersetzen kann, wie der Autor selbst glaubt.

Zu viel Lösungspathos

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Das Versprechen „Wie Führung wirklich gelingt“ mag dem Verlagsinteresse geschuldet sein, mit dem Buchtitel „Emotional Leading“ Aufmerksamkeit und Absatz zu finden. Das Buch bietet eine klare Sprache und einen praxisorientierten Aufbau. Allerdings überhöht der Autor seine Beobachtungen und Ausführungen dann doch mit etwas viel Lösungspathos, sodass das Buch hier und da wie einer der vielen Selbsthilferatgeber anmutet, von denen Mourlane selbst abrät. Wer sich davon nicht ablenken lässt, zieht aus dem Buch viel Gewinn für seine Beobachtungsgabe und sein Führungshandeln. Coaches und Trainer finden hier viele Anregung für den eigenen Methodenkoffer.

Dr. Lars-Peter Linke, CLC Corporate Learning Communication, Hamburg

© Wirtschaftspsychologie aktuell, 2016. Alle Rechte vorbehalten.

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