| Archiv Nachrichten aus der Wirtschaftspsychologie 22. April 2008
Psychische Gesundheit am
Arbeitsplatz fraglich
Deutschland
erreicht die von der
Weltgesundheitsorganisation gesteckten Ziele zur Gesundheitsförderung
am Arbeitsplatz nicht. Dies geht aus dem Bericht des Berufsverbandes
Deutscher Psychologen (BDP) 2008 zur psychischen Gesundheit am
Arbeitsplatz hervor. Während die Zahl der Arbeitsunfälle zurückgeht,
nimmt die der psychischen und Verhaltensstörungen drastisch zu. Ihr
Anteil an den Ausfalltagen ist von 6,6% auf 10,5% angewachsen. Es wird
geschätzt, dass allein die depressiven Verstimmungen bereits 2020 nach
den Herzerkrankungen an zweiter Stelle stehen werden. Dieser Anstieg
ist zu hoch, um sich aus der größeren Bereitschaft und Fähigkeit, eine
psychische Störung als solche zu diagnostizieren, zu erklären. Ursachen
liegen dem BDP-Bericht zufolge in Zeitdruck, Komplexität der Arbeit und
Verantwortung der Beschäftigten, fehlenden Partizipationsmöglichkeiten,
prekären Arbeitsverhältnissen wie Leiharbeit und Zeitarbeit, mangelnder
Wertschätzung, defizitärem Führungsverhalten sowie einem
Ungleichgewicht zwischen beruflicher Verausgabung und erhaltener
Entlohnung. "Wir haben in Deutschland nicht nur ein Problem mit
Managergehältern, wir haben einen weit verbreiteten Mangel an
Managerqualitäten", so BDP-Vizepräsidentin Thordis Bethlehem, der sich
auch in psychischen Problemen von Beschäftigten niederschlägt. Download des Berichts.
Quelle: BDP
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